Wie Wikinger den heißen Sommer überlebt haben

Wenn wir an Wikinger denken, sehen viele sofort Schnee, Eis, dunkle Wälder und raue Winter vor sich. Doch auch die Wikinger kannten heiße Sommertage. Besonders auf langen Reisen, bei der Feldarbeit, beim Handwerk oder auf Beutezügen konnte die Hitze schnell zur echten Herausforderung werden.

Klimaanlagen, Kühlschränke oder moderne Sportgetränke gab es natürlich nicht. Trotzdem wussten die Menschen damals, wie sie mit Wärme umgehen mussten.

Kleidung: Nicht nur dickes Fell

Viele stellen sich Wikinger immer in schweren Fellen und dicken Mänteln vor. Im Alltag trugen sie aber Kleidung aus Wolle und Leinen. Normale Kleidung bestand oft aus lokalen Materialien wie Wolle und Flachs, aus dem Leinen hergestellt wurde. Männer trugen meist Tuniken und Hosen, Frauen Kleider über Untergewändern.

Im Sommer war Leinen besonders wichtig. Es war leichter als dicke Wollkleidung und angenehmer auf der Haut. Wolle wurde trotzdem genutzt, denn sie konnte Schweiß aufnehmen und den Körper auch bei wechselndem Wetter schützen.

Wasser, Schatten und kluge Arbeit

Die Wikinger lebten viel draußen. Sie arbeiteten auf Feldern, bauten Schiffe, kümmerten sich um Tiere oder waren auf Reisen. An heißen Tagen war es deshalb wichtig, sich nicht unnötig in der Mittagshitze zu verausgaben.

Wahrscheinlich arbeiteten sie eher dann besonders hart, wenn es kühler war: morgens, abends oder bei bewölktem Wetter. Schattenplätze, Flüsse, Seen und das Meer waren dabei sehr wichtig. Wer am Wasser lebte, konnte sich waschen, abkühlen und gleichzeitig Trinkwasser oder Fisch nutzen.

Essen im Sommer

Auch die Ernährung half ihnen. Die Wikinger aßen nicht jeden Tag riesige Fleischstücke wie in Filmen. Zu ihrer Nahrung gehörten Brot, Brei, Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse. Das dänische Nationalmuseum weist darauf hin, dass archäologische Funde wie Pflanzenreste und Knochen besonders wichtig sind, um die echte Wikinger-Ernährung zu verstehen.

Im Sommer gab es frische Beeren, Kräuter, Gemüse und Fisch. Viele Lebensmittel wurden aber auch haltbar gemacht, zum Beispiel durch Trocknen, Räuchern oder Einsalzen. Das war wichtig, weil man Vorräte für Reisen und den Winter brauchte.

Häuser ohne moderne Kühlung

Die Häuser der Wikinger waren sogenannte Langhäuser. Sie hatten keine modernen Fenster und keine Schornsteine. Der Rauch vom Feuer zog durch ein Loch im Dach ab. Das bedeutete: Im Haus konnte es stickig und rauchig werden.

An heißen Tagen war das Leben draußen wahrscheinlich viel angenehmer. Gekocht, gearbeitet und gegessen wurde oft dort, wo es praktischer war. Die Türöffnungen und Dachlöcher halfen etwas gegen Rauch und Wärme, aber ein kühles Haus wie heute darf man sich nicht vorstellen.

Reisen in der Hitze

Wikinger waren nicht nur im Norden unterwegs. Sie reisten, handelten und plünderten weit über Dänemark und Skandinavien hinaus. Das Nationalmuseum beschreibt, dass Wikinger weit über Dänemark hinaus reisten, handelten und raubten.

Auf Schiffen war Hitze besonders gefährlich. Es gab kaum Schatten, salzige Luft, harte Arbeit und wenig Platz. Deshalb waren Wasser, einfache Nahrung und leichte Kleidung überlebenswichtig. Wer zu viel schwitzte, zu wenig trank oder sich überanstrengte, konnte schnell schwach werden.


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